Die meisten Tipps versammeln sich unter Conversion-Optimierung und Usability. Dabei ist es ratsam, genauer hinzusehen, um die Customer Journey der Kunden zu verstehen und auf das Interesse am Produkt und die Kaufabsichten einzugehen. Genauso wichtig ist dabei die Orientierung an bewährten Standards, um damit der größten und wichtigsten Gruppe von Onlinekäufern eine erkennbare Eingangstür zu bieten.  

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Viele Informationen und Vergleiche helfen vor allem Neulingen, sich schneller zu entscheiden. Unerfahren kann er auch in Sachen Onlineshopping sein. Dann darf die Benutzerführung nicht überfordern und mancher sucht „Beweise“, dass man dem Kanal vertrauen kann. Der Profi oder „Stammkunde“ geht ganz anders ran. Er sucht mit der genauen Produktbezeichnung oder gar nach Artikelnummer.

Erstes Learning:

Wenig Produktwissen –>  viele Infos, Vergleiche und Zusatzargumente

Wenig Shop-Erfahrung –> viel Standard i.S. Navigation und Layout

Darum sehen echte Profi-Shops anders aus, als Plattformen für Einsteiger. Letztere erwarten Erfahrungsberichte, Fotostrecken und ein gutes Gefühl. Storytelling steht im Vordergrund und die Angebotspräsentation rückt nach hinten.

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In 7 Schritten zu mehr Usability im Online-Shop

 

1. Gelerntes an seinem Platz belassen

Wie viel Innovation verträgt der E-Commerce? Der Drang, sich neu zu erfinden, um sich von der Allgemeinheit abzuheben, ist beim Template-Design gern ausgelebt. Leider ist der Eifer konterproduktiv, da Käufer nicht suchen sollten, was sie gelernt in jedem Shop an vertrauter Stelle finden. Der Blinkhebel ist im Auto immer links und der Warenkorb im Shop immer rechts oben. Das versteht man unter intuitive Benutzerführung. Mit Responsive Design müssen sich ein paar Dinge zwangsläufig weiter entwickeln. Auf mobilen Geräten entwickeln sich ebenso Quasi-Standards, so dass mit dem Strom der Großen schwimmen an der Stelle alles andere als eine Schwäche sein muss.

2. Klassisches Navigieren erlauben

User Experience versus user-centered Design? Der Wunsch es jedem einzelnen recht zu machen steht im Konflikt zum Standard. Wenn dieser für Mehrheit steht, sollten gelernte Dinge an ihrem angestammten Platz stehen und Namen tragen, die man kennt. Ein Shop, in dem man sich als Ungeübter mehr als einmal verklickt und alles anders reagiert, als erwartet, frustriert. Dann sucht man schnell eine alternative Seite, die einen besser versteht und an die Hand nimmt.

3. Mit klarer Benutzerführung glänzen 

Wo hole ich den Neuling ab? Wo steigt der Profi oder „Stammkunde“ direkt ein? Benutzerführung hat bedingt mit Design und Funktion zu tun. Was ist mein strategischer Ansatz? Will man nur Upselling betreiben, um möglichst den Warenkorb zu erhöhen, oder berät man fair und zeigt auch günstigere Alternativen im Bereich Cross-Selling. Zuweilen ist es auch spannend, ob mehr Frauen als Männer im Shop kaufen. Soll der Weg durch den Shop emotional und erlebnisreich gestaltet sein? Wie sind die Filter aufgebaut? 

Für die Optik gibt es ein paar Grundregeln:
  • Klare Sprache bei allen Bezeichnungen (für Produkt wie auch bei Call-to-Action Flächen)
  • Aufgeräumtes Angebot (farblich und gegliedert)

4. Mehr emotionalisieren

In den letzten Jahren hat sich vieles weiter entwickelt. B2B-Shops dürfen gut aussehen und auch im B2C geht es nicht mehr um reines Produktplatzieren. Der Einstieg kann mit produktinszenierenden Fotos, ansprechenden Farbwelten und ästhetischer Gestaltung die Sinne anregen. So funktionieren mit Herz eingerichtete Ladenlokale.

5. Produktfilter und Suche intelligenter gestalten

Im Shop lange suchen? Die Frage, ob es dort das Produkt oder sinnvolle Alternativen gibt, muss binnen weniger Klicks oder einer Suchanfrage geklärt sein. Eine komfortable und vor allem fehlertolerante Suche ist extrem wichtig. Anders ist der potentielle Kunde schnell wieder weg und sucht beim Mitbewerber weiter. Über intuitive Produktfilter lassen sich die Ergebnisse nach Kategorie, Hersteller, Preisbereich und vielen weiteren Attributen verfeinern und bieten eine individuelle Beratung. Durch sinnvolle Kategorisierungen, das Pushen von Produkten, Angeboten oder Top-Sellern können ausgewählte Produkte nach vorne gereiht werden, um diese gezielt zu bewerben.

Wirksame Usability-Optimierer sind:
  • Kategorieüberschriften mit Anzahl der Produkte (auch im Filter)
  • Zweispaltige Autocomplete inkl. Produktbildern
  • Verlauf als Klickpfad (Breadcrumb)
  • Skimbares Menü: Wird der Filter aktiviert, werden weitere Eigenschaften wählbar
  • Guided Shopping (Produktberater)

6. Mehr Vertrauen schaffen

Die Rezession auf Amazon, der Produkttest auf Stiftung Warentest oder die „Umfrage“ unter seinen Facebook-Freunden nach Erfahrungen mit dem gewünschten Produkt, ersetzen die Fachberatung. Es macht Sinn, die Überzeugung im Shop zu leisten, damit man für die Recherche nicht abwandern muss. Siegel, Bewertungen und Social Media-Integration schaffen in Web2.0-Zeiten Vertrauen und Transparenz. Eine SSL-Verschlüsslung darf nicht fehlen.

7. Objektiver werden

Die Shop-Usability kann man am besten durch Dritte testen und auf Basis der neutral gewonnenen Erkenntnisse verbessern. Das muss nicht gleich ein großes Audit durch externe Dienstleister sein. Manchmal liefern die Erfahrungen weniger Probanten wertvolle Erkenntnisse, was die neuralgischen Stellen im Shop sind. Wer hier weit mehr Potential vermutet, kann die Analyse in professionelle, externe Hände legen.

 

Autorenbild-MarkusWeber