5 Irrtümer über ein MVP und die Wahrheit dahinter

by | Jul 15, 2020 | 0 comments

5 Irrtümer über ein MVP und die Wahrheit dahinter

Das MVP hat sich in den vergangenen Jahren zu einer etablierten Methode entwickelt, bei der der Grundsatz „Weniger ist mehr“ eine große Rolle spielt. Zahlreiche Unternehmen nutzen sie bei der Entwicklung und Verwirklichung, kundenorientierter E-Commerce-Projekte. Für die Funktionalität eines MVPs gilt: So umfangreich wie nötig und so einfach wie möglich.
Trotz des großen Potenzials der MVP-Methode, haben sich im Laufe des digitalen Wandels einige Vorurteile und Irrtürmer herauskristallisiert. In diesem Artikel möchten wir für Sie die fünf größten Irrtürmer über das MVP aufklären und Ihnen aufzeigen, warum diese nicht der Wahrheit entsprechen.

Was ist ein MVP genau?

Bei einem MVP, Minimum Viable Product, zu Deutsch ein minimal funktionsfähiges Produkt handelt es sich um die einfachste Version der eigenen Produktidee, die für potenzielle Kunden aber dennoch einen Mehrwert bietet – also „brauchbar” ist. Es ist ebenfalls bekannt als vorläufige Version eines Produktes, mit dem Nutzerfeedback eingesammelt und die Markttauglichkeit geprüft wird. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Prototypen oder einen Konzepttest. Es ist nicht darauf ausgelegt, Fragen zum Produktdesign oder zu technischen Merkmalen zu beantworten. Es zielt darauf ab, grundlegende Geschäftshypothesen zu überprüfen. Die für Startups entwickelte MVP-Methode wurde bereits von Unternehmen wie Facebook, UBER und LinkedIn praktiziert und liefert dank seiner agilen Vorgehensweise eine innovative Alternative zur klassischen, zeit- und kostenintensiven Produktentwicklung.

Für ein MVP gelten zwei widersprüchliche Ziele: Das Produkt soll so einfach wie möglich sein, damit es schnell entwickelt werden kann, andererseits muss es ausgereift genug sein, um den Nutzern ein Bild von dem zukünftigen Produkt und dessen Mehrwert zu geben. Damit unterscheidet sich diese Produktentwicklung massiv von der etablierten Produktentwicklung – klassischerweise bedarf es einer ausführlichen Marktanalyse, einer langen Inkubationsphase und einer ausgedehnten Produktperfektionierung. Bei der MVP-Methode wird all dies verkürzt und die Time-to-Market (TTM) beschleunigt.

Die 5 Irrtümer über das MVP 

Ein Projekt nach einem MVP umzusetzen ist nur dann erfolgreich, wenn das Konzept verstanden und sinnvoll eingesetzt wird. Jedoch sind im Laufe der Zeit einige Irrtürmer aufgetaucht, welche zahlreiche Unternehmen von einem MVP abschreckt. Im Folgenden haben wir für Sie die fünf bekanntesten fünf Irrtümer aufgeführt: 

1. Ein MVP entspricht nicht meinen Anforderungen

Oft geht ein Gründer mit zu hohen Erwartungen an das Produkt heran. Er kann sich dabei in Details und Features verzetteln. Kunden soll beispielsweise die Nachbestellung von Produkten über einen Dashbutton ermöglicht werden. Braucht ein Kunde das zu Beginn überhaupt? Meist lautet die Antwort auf eine solche Frage „Nein“. Der Gedanke, dass das MVP nicht den Anforderungen entspricht, hat sich leider oft sehr festgefahren, aber der Vorteil des MVPs, die Kundenbedürfnisse zu evaluieren, verhindert das Entwickeln vorbei am Markt. Außerdem wird durch die Reduktion auf den Kernwert des Produktes, das Produkt aufgrund des Hauptfeatures bekannt und die vielen Funktionen eines ausgereiften Produktes verschleiern nicht den MVP.

2. Ein MVP vergrault meine potentiellen Kunden

Natürlich kann es dazu kommen, dass Kunden am Anfang Kritik äußern, da das MVP auf nahezu alle zusätzlichen Features verzichtet. Aber genau darin steckt der Vorteil: Neben erheblichen Einsparungen, ist es möglich das Produkt anhand des Feedbacks auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abzustimmen und weiterzuentwickeln. Eine Möglichkeit, um der Abschreckung des Kunden vorzubeugen kann die Produktpräsentation vor einem ausgewählten Kreis Early Adopters sein.

3. Das ausgereifte Produkt braucht keine MVP-Methode, weil es jeder haben will

Von seinem Produkt überzeugt zu sein ist sehr wichtig, aber nur weil es eine innovative Idee ist, heißt das nicht, dass die Kunden dem zustimmen. Falls das Produkt dann scheitern sollte, gibt es den schönen Satz: Wir waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Um dieses Szenario zu vermeiden ist ein MVP genau die richtige Herangehensweise – der frühe Markteintritt testet, ob die Idee und das Produkt auf dem Markt eine Chance haben.

4. Das Produkt immer wieder neu zu entwickeln kostet viel Zeit und Geld

Bei einer dauerhaften Entwicklung des Produkts scheint sich die Zeit ins Unermessliche zu ziehen und damit steigen auch die Kosten. Aber viel Zeit in die Umsetzung eines neuen Produktes zu stecken, welches die Kunden nicht überzeugt, kann zu großer Frustration führen. Das Risiko die festgelegten Business-Zielen zu erfüllen wird minimiert.

5. Das Produkt ist visionär, nicht verbesserungsbedürftig

Sicherlich erfüllt das Produkt beide Kriterien. Das MVP ist schließlich nicht das Produkt, sondern ein Prozess. Sollte das MVP am Markt nicht ankommen, heißt dies nicht, dass die Idee schlecht war. Ziel eines MVP ist es die Tauglichkeit zu prüfen und mit früh gewonnenen Erkenntnissen Fortschritte zu machen. Auch Scheitern ist ein Fortschritt. Wenn die ersten Versuche nicht den gewünschten Effekt haben, schafft man den Durchbruch vielleicht mit der nächsten.

Zusammenfassung:

Wie Sie sehen, müssen Sie sich nicht von einem MVP-Ansatz abschrecken lassen. Im Gegenteil. Die Methode birgt viele Vorteile sowohl für Sie als auch für Ihre Kunden. Neben den Einsparungen von Ressourcen, bietet es Ihnen die Chance genau zu erkennen, ob Sie mit Ihrer Idee zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sind. Die MVP-Methode ermöglicht Ihnen und Ihrem Produkt dabei einen erfolgreichen und reibungslosen Einstieg auf dem digitalen Markt. Stellen Sie also nun erst einmal die zahlreichen überflüssigen Features zur Seite und konzentrieren Sie sich auf den Kern Ihrer Idee und Ihres Produkts.

 

Nach nun mehr 20 Jahren Erfahrung kennen wir von mediawave die Hürden bei der Planung und Umsetzung komplexer Digital Commerce Projekte. mediawave nutzt diese Methode regelmäßig bei der Entwicklung kundenorientierter e-Commerce-Projekte und möchte die langjährige Expertise mit Ihnen teilen. Gerne beraten wir Sie auch persönlich.

 

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Dipl.-Ing. Alexander Damm hat an der TU Ilmenau Digitale Medientechnik studiert. Anschließend leitete er als Account Manager bei der mediawave internet solutions GmbH zahlreiche E-Commerce-Projekte für internationale Kunden. In seiner jetzigen Rolle verantwortet er seit 2013 die Bereiche Marketing und Vertrieb. Daneben unterstützt er als Consultant zahlreiche Kunden-Projekte. Als Digital Commerce Experte ist Alexander Damm regelmäßig als Speaker auf Konferenzen und als Autor von Fachbeiträgen tätig.

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